Wo finde ich das?

„Ich verliere zunehmend den Glauben an die Liebe.
Soviel habe ich schon probiert – Onlinedating, Speeddating,
auf Männer zugehen, aber nie habe ich mich so richtig verliebt. Warum?“

(Alexandra, 34)

Mit der Liebe ist es wie mit der Luft: Sie ist überall, aber man benötigt Pforten um sie aufnehmen zu können.

Ich habe schon verstanden, dass es bei der Frage um eine partnerschaftliche und nicht um eine universelle Liebe geht, aber sind diese beiden Formen der Liebe denn überhaupt zu trennen?

Der Philosoph und Dichter Khalil Gibran gibt mit folgendem Zitat einen spannenden Denkansatz: „Und glaube nicht, du kannst den Lauf der Liebe lenken, denn die Liebe, wenn sie dich für würdig hält, lenkt deinen Lauf.“

Die Liebe ist also etwas Größeres und nur wir allein können uns für sie öffnen und erst dann können wir sie wirklich mit jemandem teilen. Denn wie kann man etwas teilen, über dessen Größe man sich selbst noch nicht bewusst ist?

Ob man die Liebe spürt hat weniger damit zu tun, ob und wie man bisher geliebt wurde, sondern eher damit, ob man seinen eigenen Wert erkennt.

Wenn man merkt, dass gewisse Annahmen, die man von sich hat wie z.B. :“Du hast zu wenig Erfolg.“, „Du bist nicht so gut wie…“, „Du bist nicht männlich/weiblich genug.“ dazu führen, dass man den eigenen Wert von sich in Frage stellt, ist es dringend notwendig, sich von diesen Annahmen zu verabschieden.

Bevor man eine positive Resonanz von anderen einfordert, sollte man sie sich selbst geben. Man macht sich selbst bewusst und stellt sich die Frage: „Wer bin ich (wirklich)?“

„Wer bin ich unabhängig von meinem Beruf, meinem Aussehen, meiner Familie, meinen Freunden?“

Menschen haben einerseits Angst davor, ihre Schwächen zu erkennen, doch noch viel mehr Angst haben sie davor, die eigenen Stärken und ihr gesamtes Potential zu erkennen. Das Potential, das man vielleicht Jahre nicht genutzt oder gezeigt hat. Das Potential, dass man auch nicht messen kann und welches auch nichts mit Leistung zu tun hat.

Wenn man sich dann intensiv und vielleicht auch mit Hilfe von außen dieser wichtigen Frage gestellt hat, macht der Übergang zu der Frage „Was will ich?“ Sinn.

Da es hier ja um das Thema der Partnersuche geht, kann die Frage auch auf „Wen will ich?“ heruntergebrochen werden.

Ganz pragmatisch mündet dieser Prozess bei der Frage „Wo finde ich das?“.

Die leichteste Frage ist die letzte und die schwerste die erste. Dennoch fangen viele Personen direkt mit der Letzten an und wundern sich dann, dass es IHN oder SIE nicht dort gibt, wo sie IHN oder SIE erwartet haben.

Positiv wundern kann man sich erst einmal beim Beantworten der ersten Frage. Denn wenn man alle Annahmen, die man über sich hat verabschiedet und loslässt, geschehen wahre WUNDER.

Viel Spaß und frohes Erkennen!

PS: Gerne könnt ihr in dem Kommentarteil mitteilen, was euch dabei geholfen hat, euch selbst zu erkennen. Inspirationen willkommen!

Ein Gedanke zu „Wo finde ich das?

  1. Oliver sagt:

    Man kann einen anderen Menschen erst dann lieben wenn man sich selbst angenommen hat und selbst liebt. Ein Lernprozeß, der nicht immer einfach ist. Bedingungslos zu lieben und geliebt zu werden, ist aber dann eine wundervoller Erfahrung.

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