Sex ist etwas wunderschönes, etwas ganz natürliches und wir alle sind sexuelle Wesen.

Das Gefühl sexuell zu begehren kommt in der Pubertät oder schon früher in unser Leben und ist mal mehr, mal weniger intensiv. Manchmal wird das Leben danach ausgerichtet, manchmal ist das Gefühl ganz leise und dezent. Es sind selbstverständliche Wellen. Sie werden zum Teil mit (Sexual)PartnerInnen gelebt und manchmal auch nicht. Mit letzteren Phasen hat man sich zu arrangieren gelernt und bleibt genügsam. Dennoch besteht oft der Wunsch, diese Phasen zu beenden. Manche Menschen sind von ihrem eigenen Verlangen nach Sex so überrascht, dass Sie auf die Idee kommen, ihre sexuelle Begierde unterdrücken zu wollen.

Man kann sich – häufig im Alter – von einer gelebten Sexualität verabschieden und sich anderen Themen widmen.  Unterdrücktes und Verdrängtes findet jedoch irgendwann seinen Weg und wird an Stellen sichtbar, an denen wir es vorher nicht erwartet hätten.

Das Bedürfnis, Sex zu haben und nicht sofort an die ganzen „zwischenmenschlichen Konsequenzen“ denken zu wollen, ist also selbstverständlich. Auf eine Person zuzugehen und genau dieses Bedürfnis zu kommunizieren ist allerdings so wenig selbstverständlich und unangebracht wie einer alten Dame auf der Straße vermitteln zu wollen, dass man der perfekte Erbe für ihr Haus sei. Auch, wenn es die Wahrheit ist, übertritt man deutlich eine Grenze.

Also: Statt zu probieren den Sex zu rationalisieren oder ihn wegzureden, sollte man sich Zeit dafür nehmen, diesem Bedürfnis auf den Grund zu gehen. Es ist wichtig, sich ab und zu im Leben mit der eigenen sexuellen Biographie zu beschäftigen. Sich zu fragen – was hat mir früher Lust bereitet, was heute? Was war schamhaft, was war schön? Was träume ich, was lebe ich?

Es geht also nicht darum, sich Zeit zu nehmen, Pornographie zu konsumieren (das eine schließt das andere ja nicht aus), sondern sich selbst als Akteurin der eigenen Sexualität zu sehen und der eigenen sexuellen Wahrheit ins Auge zu blicken. Und dann, wenn man tief in dieses Grundbedürfnis hineingeschaut hat, fühlt man genau was man will und entwickelt eine Sprache dafür. Diese Sprache ist dann nicht plump und sexistisch, sondern natürlich. Und die Sexualität, die dann gelebt wird, ist nicht ein Akt, den man lebt, um sich selbst mal wieder zu spüren sondern ein Akt, der sich vollkommener anfühlt. Echter und passender.

Eben eine bewusste Sexualität, die von allen Beteiligten genossen wird und in der man spielerisch die Vielseitigkeit der eigenen Rollen (männlichen, weiblichen etc.) ausleben kann.

Ich weiß, dass ich noch nicht auf die konkrete Umsetzung eingegangen bin. Dies möchte ich hiermit tun:

Die reale und die virtuelle Welt bieten uns so viele Möglichkeiten, um für Sex in Kontakt zu kommen. Männer wie Frauen haben dieses Bedürfnis in manchen Phasen ihres Lebens. Für Frauen ist es manchmal schwieriger, diesem Bedürfnis unkompliziert nachzugehen, da sie vielleicht schon mal ein übergriffiges Erlebnis hatten und danach zögerlicher werden. Angst ist hier das Hindernis. Wenn eine Frau jedoch an einen Mann gerät, der eine positive Einstellung zu sich und seiner Sexualität hat, weil er sich mit ihr und all ihren Seiten beschäftigt hat, fühlt sie sich sicher. Wenn sich diese Beiden auf einer erotischen Plattform oder in einem Rahmen kennengelernt haben, in dem es zunächst ausschließlich um Sex geht, ist ein fruchtbarer Boden geschaffen (also immer auch an Verhütung denken ;)).

Wenn sich beide in einem anderen Kontext kennengelernt haben und einer von beiden nur an Sex interessiert ist, sollte man nicht der Telepathie vertrauen, sondern nach eine GELUNGENEN Flirtphase sagen: “Ich finde dich sexuell sehr anziehend und bin gerade ehrlich gesagt nur an Sex mit dir interessiert.“ Ob das dann die Wahrheit war, wird man hinterher wissen.
Na ja, und auch diese kann man wieder revidieren. Besser als andersrum ;).

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